
Proteine (Eiweiße) sind für unseren Körper lebensnotwendig. Ohne sie kommt der menschliche Organismus nicht aus, denn ihnen obliegen zahlreiche wichtige Funktionen und sie sind unabdingbar für den Zellaufbau. Proteine sind die wesentlichen Grundbausteine der Zellen für Knochen, Muskulatur, Nerven, Haut und noch vielem mehr.
Proteine selbst bestehen wiederum aus Bausteinen – den Aminosäuren. Diese bilden in unterschiedlich langen Ketten Proteine und Peptide. Aminosäuren benötigen wir für eine Vielzahl körperlicher Funktionen als Proteinbausteine:
Die Aminosäuren werden unter anderem nach ihren chemischen Besonderheiten unterschieden in proteinogene Aminosäuren und nicht-proteinogene Aminosäuren. Außerdem unterscheiden sie sich in ihrem strukturell verschiedenartigen Aufbau.
Es gibt 20 proteinogene Aminosäuren, die auch als Standard Aminosäuren bekannt sind. Sie werden in drei Gruppen eingeteilt, den essentiellen, semi-essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren.
Sie kommen in unserem Körper bei der Proteinsynthese zum Einsatz. Unser Körper ist in der Lage, einen Großteil dieser Proteine selbst zu bilden. Die restlichen nehmen wir normalerweise mit der Nahrung zu uns. Diese nennt man auch essentielle Aminosäuren, da sie für unseren Körper essentiell notwendig sind. Proteine, die unser Körper selbst bilden kann, werden dagegen nicht essentiell genannt und solche, die nur in bestimmten Situationen trotz eigener Bildung dem Körper zugeführt werden müssen, bezeichnet man als semi- essentiell.
Proteinogene Aminosäuren sind in Form einer Peptidverbindung miteinander verknüpft. Diese Verbindung ist möglich, weil jede Aminosäure in dieser Form über eine Aminogruppe und eine Carboxyl-Gruppe verfügt.
Daher spricht man bei ihnen auch von den sogenannten Carbonsäuren, die jeweils mindestens eine Aminogruppe besitzen. Da wir proteinogene Aminosäuren für den Aufbau von Proteinen benötigen, besitzen sie eine große biologische Relevanz. Ihre besondere Zusammensetzung aufgrund der peptidischen Verbindungen mit unterschiedlich langen Abfolgen nennt man Aminosäuresequenzen.
In unserem Organismus findet man über 250 nicht-proteinogene Aminosäuren. Diese bilden keine Proteine, daher werden sie als nicht protein-bildend bzw. nicht-proteinogene Aminosäuren bezeichnet. Durch sie wird unter anderem Zucker gebildet.
Folgende Aminosäuren werden zu den proteinogenen Aminosäuren gezählt:
Alanin:
Arginin:
Asparagin/Asparaginsäure:
Cystein:
Glutamin/Glutaminsäure:
Glycin:
Histidin:
Isoleucin:
Leucin:
Lysin:
Methionin:
Phenylalanin:
Prolin:
Serin:
Threonin:
Tryptophan:
Tyrosin:
Valin:
Die essentiellen proteinogenen Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst bilden kann, aber dennoch für lebenswichtige Funktionen benötigt, müssen entweder mit der Nahrung aufgenommen oder durch Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.
Im Folgenden siehst du, welche dazu gehören und wie viel Gramm pro Tag (laut Wissenschaft und Medizinern) davon aufgenommen werden sollten:
Nehmen wir proteinogene Aminosäuren zu uns, werden diese vom Körper zu 99 % verwertet und damit fast vollständig in körpereigenes Eiweiß umgewandelt.
Gerade Veganer und Vegetarier laufen Gefahr, nicht genügend der proteinogenen Aminosäuren über die Nahrung aufzunehmen, da in pflanzlicher Nahrung allein nicht alle essentiellen Aminosäuren vorhanden sind.
Dagegen sind fast alle Fisch- und Fleischsorten reich an essentiellen proteinogenen Aminosäuren, sodass wir in der Regel genügend versorgt sind, wenn wir uns ausgewogen und gesund ernähren.
Dabei gilt zu beachten, dass eine Nahrungsquelle allein nicht dafür geeignet ist, die Versorgung mit Eiweiß Bausteinen sicherzustellen. Nur durch eine Kombination verschiedener Nährstoffquellen bzw. Nahrungsmittel kann sichergestellt werden, dass der Gesamtbedarf an essentiellen proteinogenen Aminosäuren abgedeckt ist.
Die Weltgesundheitsorganisation vermerkt in ihren Richtlinien einen täglichen Bedarf an essentiellen Aminosäuren:
In folgenden Lebensmitteln findest du die Aminos versteckt:
Im Normalfall brauchen wir also keine Aminosäuren zusätzlich einzunehmen. Liegt allerdings eine besondere Belastung für unseren Organismus vor oder ist die eigene Ernährung sehr einseitig, kann über eine Aminosäuren Supplementierung nachgedacht werden. Dabei sollte man die empfohlenen Tagesmengen der WHO beachten und natürlich zusätzlich die Dosierungsempfehlungen der Hersteller.
Zum Abschluss findest du noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
Es gibt insgesamt 20 proteinogene Aminosäuren, die in drei Gruppen eingeteilt werden. In essentielle, semi-essentielle und nicht essentielle Aminosäuren.
Davon sind 8 essentiell, weil sie nicht von unserem Körper selbst gebildet und mit der Nahrung aufgenommen werden: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin.
2 von ihnen – Arginin und Histidin – bilden die Gruppe der semi-essentiellen Aminosäuren. Sie werden nur in bestimmten Situationen nicht ausreichend selbst hergestellt und müssen dann zugeführt werden.
Die restlichen 10 nennt man nicht essentiell, weil unser Körper sie selber produzieren kann: Alanin, Asparagin, Asparaginsäure, Cystein, Glutamin, Glutaminsäure, Glycin, Prolin, Serin und Tyrosin.
Proteinogen wird ein Stoff dann bezeichnet, wenn er für die Bildung von Proteinen bzw. für die Proteinsynthese verwendet wird.
Hier sind nochmal alle Aminosäuren mit Code und Bedeutung aufgelistet
*für Kinder essentiell
Es gibt im menschlichen Körper 20 verschiedene bekannte Aminosäuren zum Aufbau von Eiweißen.