Während einer Schwangerschaft ergibt sich aus der zusätzlichen Versorgung des Embryos im mütterlichen Leib ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen für Frauen. Darum wird bei bestimmten Vitaminen auch der Begriff „Schwangerschaftsvitamine“ gebraucht, da eben genau diese Substanzen während dieser Zeit vermehrt gebraucht werden und, wenn man das nicht beachtet, sehr schnell ein entsprechender Mangel auftreten kann, was nicht ungefährlich für Mutter und Kind ist.
Zu den Schwangerschaftsvitaminen zählt man unter anderem:
B-Vitamine, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin A, Folsäure
Auch Mineralien und Spurenelemente sind wichtig und sollten daher im Auge behalten werden:
Magnesium, Eisen, Kalzium, Jod
Gerade bei Vitamin A können sowohl aus Mangel als auch aus Überdosierung unangenehme Folgen für Mutter und Kind entstehen. Daher sollte dieses besonders im Auge behalten werden.
Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, was in tierischen Lebensmitteln zu finden ist und als Vorstufe, dem Beta-Carotin aus der Gruppe der Carotinoiden auch in Pflanzen und Früchten vorkommt.
Das Vitamin ist besonders wichtig für:
Vitamin A ist eine wichtige Substanz, die nicht nur während einer Schwangerschaft eine große Bedeutung für unsere Gesundheit hat und viele wichtige Funktionen unseres Organismus unterstützt.
Beim Sehvorgang zum Beispiel ist Vitamin A zuständig für die Umwandlung von Licht in Nervenimpulse. Ohne diesen Vorgang wäre Sehen für uns nicht möglich. Leiden wir unter Vitamin A Mangel kann sich dies durch eine eingeschränkte Sehfähigkeit, besonders in der Nacht bemerkbar machen. Dem Auge fällt es dann besonders schwer, sich an die Dunkelheit anzupassen und wir fühlen uns mehr geblendet.
Die Produktion von Antikörpern wird durch Beta-Carotin und Vitamin A unterstützt. Bei vorliegendem Vitamin A Mangel erhöht sich das Risiko für eine Infektion um das 2 bis 3-fache.
Beim Aufbau unserer Knochen und der Heilung von Knochenbrüchen benötigt unser Organismus Vitamin A. Zusätzlich sorgt es für die Gesundheit der Nervenzellen.
Bereits bei dem Wunsch nach einem Baby ist Vitamin A entscheidend, denn es ist für die Fruchtbarkeit verantwortlich, da es an der Herstellung der Geschlechtshormone T und Östrogen beteiligt ist. Bei den Männern beeinflusst es die Form und die Anzahl der Spermien. Bei den Frauen kann ein Vitamin A Mangel für eine Unfruchtbarkeit sorgen.
Vitamin A und seine Vorstufe sind in vielen Lebensmitteln zu finden:
In tierischen Lebensmitteln ist Vitamin A als die Substanz Retinol enthalten. Man findet es an Fette gebunden in:
In pflanzlichen Lebensmitteln findet die Vorstufe des Vitamin A als Carotinoide, wobei das Beta-Carotin am häufigsten vertreten ist. In Gemüse und Früchten vorkommend, werden sie in unserem Körper zu Vitamin A umgewandelt.
In der Schwangerschaft ist für eine gesunde Entwicklung des Kindes und den Schutz der Mutter auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu achten. Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat benötigen Frauen täglich etwa 300 Mikrogramm mehr Vitamin A als nicht schwangere Frauen.
In der Regel ist eine ausgewogene Ernährung ausreichend, um die Frau mit ausreichend Vitamin A zu versorgen. Doch in der Schwangerschaft ist dies oft nicht so einfach.
Da der Embryo ausschließlich über die Mutter mit allen wichtigen Mengenelementen wie zum Beispiel Kalium und Vitaminen versorgt wird, ist dieser Lebensabschnitt für die Frau derjenige mit dem größten Nährstoffbedarf. Das sollten Schwangere immer im Blick behalten.
Ein Mangel an Vitamin A kann zu gesundheitlichen Problemen für Mutter und Embryo führen. So wurden unter anderem Missbildungen bei Babys im Bereich der Genitalien, des Darms, der Zähne und des Gehörs unter dem Einfluss von Vitamin Mangel festgestellt.
Und auch kurz vor der Schwangerschaft ist ein Vitamin A Mangel wie bereits erwähnt oft verantwortlich für eine Unfruchtbarkeit der Frau.
Während einer Schwangerschaft ist Vitamin A für Mutter und Kind wichtig, muss jedoch besonders im ersten Drittel streng kontrolliert werden. Das erste Drittel der Schwangerschaft ist besonders von Bedeutung, denn hier geschieht einiges in der Entwicklung des Embryos. In dieser Zeit werden unter anderem bereits die Vorläufer aller wichtigen Organe beim Embryo festgelegt. Daher sollte man weder einen Mangel noch einen Überschuss an Vitamin A riskieren. Hierfür kann man sich jederzeit Rat bei seinem behandelnden Arzt oder seiner Hebamme holen.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der teratogenen Wirkung von Retinol, die bei einer zu viel aufgenommenen Menge besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel zu Missbildungen oder Geburtsfehlern führen kann.
Daher ist von der Einnahme von Vitamin A Präparaten im ersten Schwangerschaftsdrittel abzuraten. Und auch bestimmte Lebensmittel mit einem hohen Vitamin A Gehalt sind zu meiden:
Um einen Vitamin-A-Mangel während der ersten Monate in der Schwangerschaft vorzubeugen, kann auf Obst und Gemüse zurückgegriffen werden, denn das darin enthaltene Beta-Carotin hat keine teratogene Wirkung.
Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte man auf Vitamin A Präparate und o.g. Lebensmittel verzichten, um kein Risiko für den Embryo einzugehen. Ausreichend Vitamin A findet man in Obst und Gemüse:
Der normale Vitaminbedarf liegt bei ca. 0,8 mg. Dieser steigt in der Schwangerschaft auf 1,1 mg. Eine zusätzliche Einnahme von Vitaminpräparaten sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Zum Abschluss sind hier noch einmal wichtige Punkte kurz zusammenfassend erklärt.
Vitamin A aus tierischen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln kann in zu hoher Konzentration für den Embryo toxisch wirken und zu Missbildungen führen. Darum sollten Schwangere auf große Mengen an Leber (enthält viel Vitamin A), Vitamin A Tabletten oder Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A besonders in der Frühschwangerschaft verzichten.
Schwangere Frauen benötigen nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft, also ab dem 4. Monat ca. 200 bis 300 Mikrogramm mehr Vitamin A, als Frauen, die nicht schwanger sind.
Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise müssen von schwangeren Frauen keine Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Nährstoffen eingenommen werden. Ausnahmen gibt es natürlich immer für bestimmte Risikogruppen.
Kritisch ist insbesonders die ausreichende Versorgung mit Folat (Folsäure), weshalb allen Schwangeren ein Folsäure-Präparat empfohlen wird.
Bei jeder Einnahme von Nahrungsergänzungen in der Schwangerschaft sollte vorher immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Im Gegensatz zu allen anderen Nährstoffen bildet Folsäure eine Ausnahme. Der Tagesbedarf einer Schwangeren übersteigt die durchschnittliche Aufnahme über die Ernährung. Um das Risiko für Fehlbildungen zu verringern wird eine Folsäure Einnahme von 0,4 bis 0,8 Milligramm pro Tag in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen empfohlen. Außerdem sollte bereits drei Monate vor der Schwangerschaft mit dieser Anwendung begonnen werden, um abzusichern, dass zur Zeit der Empfängnis ausreichend Folsäure vorhanden ist.
Sollte sich ein bestimmter Vitamin- oder Mineralstoffmangel einstellen (zum Beispiel Vitamin-D-Mangel, Eisenmangel), besprich am besten die Verordnung eines Präparates mit deinem Arzt. Ziel sollte das Erreichen des normalen (physiologischen) Blutspiegels sein. Dein Arzt kann im Verlauf der Schwangerschaft regelmäßig den Nährstoffgehalt im Blut bestimmen. So bist du auf der sicheren Seite.
Im Falle von Mangelerscheinungen sind folgende Schwangerschaftsvitamine zu empfehlen:
Laut DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung.